Vision Guided Robotics

Use Case Beschreibung

Das Unternehmen bietet mit ihrem Produkt keine eigenständige, vortrainierte KI-Lösung am Markt an, sondern eine Softwareplattform, die es industriellen Anwendern ermöglicht, eigene KI-Modelle in den Bereichen Qualitätsinspektion und Vision Guided Robotics zu erstellen. Die KI-Modelle werden vom Kunden eigenständig trainiert und eingesetzt, wobei nicht auf vortrainierte Modelle zurückgegriffen werden kann. Somit ist das System als eine KI-Entwicklungs- und Ausführungsplattform zu verstehen. Die konkrete Endanwendung ist vom Nutzer der Plattform zu definieren.​

Bildquelle: Gemini Nano Banana

Rechtliche Einordnung

  • Kein „KI-System“ (Art. 3 Nr. 1) und kein „KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck“ (GPAI-System, Art.3 Nr. 63 und 66)​.
  • KI-VO ist nicht anwendbar​.
    • Es handelt sich insb. nicht um ein System mit unannehmbarem Risiko (verbotenes System) i.S.d. Art. 5 KI-VO​.
    • Es handelt sich insb. nicht um ein Hochrisiko-System gem. Art. 6 Abs. 2 KI-VO i.V.m. Anhang III​ oder gem. Art. 6 Abs. 1 KI-VO i.V.m. Anhang I​.
  • Das System ist kein Teil einer Maschine und fällt damit nicht unter die Maschinenverordnung.

Besondere Herausforderungen

Sofern ein Kunde die vom Unternehmen bereitgestellte Plattform dazu nutzt, ein KI-System im Sinne des Art. 3 Nr. 1 KI-VO zu entwickeln und in einer konkreten industriellen Anwendung zu betreiben, liegt die rechtliche Verantwortung für dieses KI-System beim jeweiligen Endnutzer. Dieser muss daher auch prüfen, ob für den jeweiligen Anwendungsfall die KI-VO bzw. Maschinenverordnung anwendbar sind, welche Risikoklasse daraus resultiert und wie die zugehörigen Anforderungen umzusetzen sind.